
Torah Abschnitt SHOFTIM – Devarim (Deuteronomium) 16:18-21:9 Haftarah: Jesaja 51:12-52:12
„Und Seine Jünger fragten ihn und sagten: „Rabbi , wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“ Joh. 9: 2 EB
Shabbat Shalom, liebe Geschwister!
Hast du das Gefühl, dass du in einem endlosen Kreislauf aus Schuld und Schmerz gefangen bist? Wenn ja, dann ist diese Botschaft für dich. Der Mann, der blind geboren wurde, litt darunter, dass die Gesellschaft beständig mit dem Finger auf ihn zeigte, weil er behindert war. Menschen versuchen immer, einen Schuldigen zu finden! Ob es nun unsere eigenen Sünden, die Sünden anderer oder etwas anderes ist, der anklagende Finger wird auf uns gerichtet, und er ist unerbittlich und schmerzhaft!
Aber lasst uns diesem anklagenden Finger folgen, bis wir lernen, mit ihm umzugehen, ihn zu besiegen und den Kreislauf der Schuld in unserem Leben ein für alle Mal zu durchbrechen!
Beginnen wir diesen Weg im Garten Eden. Nachdem beide Adam (hebr.: der Mensch) in weiblicher und männlicher Form Yahs Speisegebot gebrochen hatten, schoben sie die Schuld auf andere, anstatt ihre Fehler einzugestehen.
“Und Er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß.” 1. Mose 3,11-12 LU
Adam stand direkt neben ihr, aber er übernahm keine Verantwortung, und die Frau auch nicht.
„Da sprach Adonai Elohim zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen!“ 1. Mose 3,13 SB
Der erste Schritt, schmerzhafte Schuldgefühle loszuwerden, ist folgender: Gestehe deine Fehler ein, gib deine Sünden zu, übernimm die Verantwortung, weiche der Schuld nicht aus und versuche nicht, anderen die Schuld zu geben. Bekenne stattdessen deine Schuld und tue dann Buße, indem du dein Verhalten änderst, oft auch durch Wiedergutmachung (mehr dazu später). Wenn wir sündigen, vergibt Yah uns, sobald wir Buße tun und Yeshuas Blutopfer annehmen. Das geschieht jedes Mal, wenn wir bereuen, Teshuva machen, unsere Sünde zugeben und uns ihm zuwenden.
„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Er treu und gerecht, dass Er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“ 1. Joh. 1,9 EB

Im Hebräischen ist Sünde das Wort “HET”, was “das Ziel verfehlen” bedeutet. Das ist so, als würde man mit einem Gewehr oder Pfeil auf ein Ziel zielen, aber anstatt das beabsichtigte Ziel zu treffen, trifft der Pfeil einen anderen Ort. Dieser unbeabsichtigte Ort, an dem die verirrte Kugel oder der Pfeil auftrifft, kann Schaden leiden. Das kann ein Schaden am Eigentum oder am menschlichen Leben sein. Die Sünde schadet nicht nur uns selbst, sondern auch anderen Dingen oder Menschen. Sünde bringt immer Tod und Zerstörung mit sich.
“Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben im Messias Yeshua, unserem Herrn.” Röm. 6,23 EB
Der zweite Schritt, den Schuldkreislauf zu beenden, ist dieser: Insoweit es von dir abhängt, leiste Wiedergutmachung, wenn du anderen Schaden zugefügt hast, auch wenn du vor Yah Buße getan hast. Wenn wir Buße tun, erhalten wir Vergebung vom Vater im Himmel, aber wir müssen Wiedergutmachung, (d.h. Wiedererstattung) leisten, damit Menschen uns vergeben. Wenn wir einen Sach- oder Geld Schaden verursacht haben, brauchen wir Geld, um das wiederzuerstatten.
„Ist es ihm aber wirklich gestohlen worden, so soll er es dem Eigentümer ersetzen; Leiht jemand etwas von seinem Nächsten und es wird beschädigt oder kommt um, ohne dass der Eigentümer dabei ist, so muss er es ersetzen.“ 2. Mose 22,11-13 SB
Wenn wir durch unser Verhalten menschliches Leben geschädigt haben, sei es seelisch, körperlich oder geistlich, ist die Sache noch viel komplexer. Das ist der Grund, warum Menschen, die jemanden ermorden, lebenslang ins Gefängnis kommen oder sogar mit Todesstrafe belegt werden.
Entsteht aber weiterer Schaden, sollst du Leben für Leben geben. 2. Mose 21,23 ZB

Manchmal werden Personen, die anderen Schaden zugefügt haben, für gutes Verhalten begnadigt, wenn sie sich ändern. Wir haben selbst einen umfangreichen Gefängnisdienst: Hunderte Häftlinge studieren an unserer Bibelschule “hinter Gittern”. Einige davon sind sogar in Hochsicherheitsgefängnissen oder im Todestrakt.
Die Verbrechen, die viele von ihnen begangen haben, gelten als abscheulich, darunter Sexualstraftaten, Betrug, Hacker, Raub, Vergewaltigung und Mord. Sie verbüßen lange oder sogar lebenslange Haftstrafen für ihre Taten. Einige von ihnen warten auf ihre Hinrichtung. Doch diese Männer und Frauen haben tiefe Buße getan und vom Vater im Himmel vollständige Vergebung für ihre Sünden erhalten. Sie sind mit dem Heiligen Geist erfüllt, weil sie Yeshua zum König ihres Leben gemacht haben. Jetzt sind sie Söhne und Töchter des lebendigen Gottes!
„Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Messias Yeshua sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens im Messias Yeshua hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Römer 8,1-2
Sie bemühen sich, so zu leben, wie es ihm gefällt, Seine Gebote zu befolgen und anderen Gutes zu tun. Yah hat ihnen vergeben und wir lieben sie und dienen ihnen. Aber das System und die Gesellschaft haben das nicht getan. Viele von ihnen werden bis an ihr Lebensende hinter Gittern sein. Die Sünden, die sie begangen haben, haben immer noch Konsequenzen; ihre Kinder, Familien und Heimatorte leiden. Es ist möglich, dass ihre Familien, Gemeinden und die Gesellschaft ihnen niemals vergeben werden. Sind sie also dazu bestimmt, ein Leben lang unter dem unerträglichen Schmerz ihrer Schuld zu leben?
Die Torah schreibt vor: “Auge um Auge” und “Leben um Leben”, aber wie kann man emotionalen oder geistlichen Schaden messen? Unsere Sünden können unseren Angehörigen ein Leben lang emotionalen Schaden zufügen. Wird unsere Schuld bis auf unbestimmte Zeit fortbestehen?
Warum ist mein Schmerz dauernd da und meine Wunde unheilbar? Sie will nicht heilen. Ja, du bist für mich wie ein trügerischer Bach, wie Wasser, die nicht zuverlässig sind. Jeremia 15,18 EB

Können wir jemals dem anklagenden Finger entkommen, der aufgrund unserer vergangenen Sünden auf uns gerichtet ist? Und was ist mit dem anklagenden Finger, den wir auf uns selbst richten?
„Du hattest deine Hand schwer auf mich gelegt – bei Tag und bei Nacht, und das hörte nicht auf. Mein Lebensmut verdorrte in der Sommerglut. Da endlich bekannte ich dir meine Schuld und verschwieg mein Unrecht nicht länger vor dir. Da sprach ich es aus: “Ich will meine Vergehen bekennen, Yahweh.” Und du, du hast mich befreit von der Schuld, hast die Sünden vergeben, das Böse bedeckt. Darum: Wer dich liebt, der bete, wann immer er dich antreffen kann. Wenn dann die gewaltige Flut einbricht, wird ihm das Wasser nichts tun. Bei dir bin ich sicher geborgen, beschützt in jeder Gefahr und vom Jubel der Rettung umschalt.” Psalm 32, 4-7 NeÜ
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wir uns selbst vergeben müssen, nachdem wir Buße getan, uns geändert und unser Bestes getan haben, das begangene Unrecht wiedergutzumachen. Ja, wir müssen uns selbst von unseren eigenen “anklagenden Finger” befreien.
Erlaube mir, ein persönliches Beispiel zu geben: Gleich nachdem der Vater meiner Kinder und ich uns scheiden ließen, erschien mir Yeshua am Ufer des Sees Genezareth. Dieses Ereignis führte zu meiner radikalen Errettung, und ich wurde mit dem Heiligen Geist und Feuer erfüllt.
Unsere Scheidung basierte auf Ehebruch. Mein Exmann war psychisch krank und das hatte zur Folge, dass es mir auch sehr schlecht ging. Am Tiefpunkt meines Lebens suchte ich schließlich Trost in den Armen eines anderen. und ich versuchte, durch ein Ouija-Brett Antworten auf meine Probleme zu finden. Zu dieser Zeit kümmerte ich mich um unsere beiden Kinder (von denen eines gerade geboren war), führte zwei Naturkostläden und kümmerte mich um den Haushalt und die Finanzen. Er war völlig dysfunktional und verweigerte jede Hilfe.
Nach meinem Zusammenbruch erholte er sich vorübergehend und übernahm das Sorgerecht für unsere Kinder. Dann reichte er die Scheidung wegen Ehebruchs ein. Ich gestand meine Sünde vor dem Rabbinatsgericht, und er erhielt das Sorgerecht für die Kinder. Das ist eine kurze Zusammenfassung der tragischen Ereignisse in meinem Leben, die schließlich in meiner herrlichen Errettung gipfelten. Die vollständige Geschichte kannst du in meinem Buch “JA” nachlesen.

Gleich nachdem Yeshua mich gerettet hatte, ging ich zu meinem Exmann und bot ihm an, ihm und den Kindern als Haushälterin zu dienen, bis sie 18 Jahre alt waren. So hätten sie eine Mutter und nicht nur Großeltern. Zu dieser Zeit war mein Sohn ein Jahr alt und meine Tochter fünf. Ich verpflichtete mich, ihnen die nächsten 17 Jahre als Haushälterin oder Haushälterin oder – Magd zu dienen, um so meine Sünden wiedergutzumachen. Ich schlug nicht einmal vor, dass er mich wieder heiraten sollte.
Doch seine Antwort war ein klares NEIN! Er begründete das damit, dass ich radikal an Yeshua glaubte. Obwohl er Jude war, hätte er mich angenommen, wenn ich das nominelle Christentum angenommen hätte. Aber als wiedergeborene, geisterfüllte messianische Gläubige würde er mir auf keinen Fall erlauben, mit den Kindern zusammenzuleben.
Nachdem er mein Angebot zur Wiedergutmachung abgelehnt hatte, gewährte mir Yeshua offene Visionen und teilte mir mit, dass Er mich aussenden würde, um den Völkern das Evangelium zu predigen.
„Vergessen bin ich, wie ein Toter aus dem Sinn, bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäss. Ich höre das Zischeln der Menge, Grauen ringsum, wenn sie gegen mich sich verschwören, darauf sinnen, mir das Leben zu nehmen. Ich aber vertraue auf dich, HERR, ich spreche: Du bist mein Gott.“ Psalm 31,13–15 ZB
Von diesem Moment an wurde ich beschuldigt, meine Kinder im Stich zu lassen, und jede Härte, die sie erlebten, wurde mir angelastet. Ich wurde für schuldig befunden, während der Vater, der psychisch krank, dysfunktional, missbräuchlich und sogar manchmal gewalttätig war, nie für irgendetwas zur Verantwortung gezogen wurde. Selbst als er sich das Leben nahm und den Kinder damit einen seelischen Schaden fürs Leben zufügte, wurde er nie zur Verantwortung gezogen. Es war alles meine Schuld, und es schien keine Vergebung für mich zu geben. Meine Kinder hörten diese Scharade tagtäglich, Tag und Nacht: “Alles, was ihr erleidet, ist die Schuld eurer launischen Mutter und ihres Glaubens an den Gott, dem sie dient. An all’ euren Leiden ist sie schuld.”
Niemand betrachtete “beide Seiten der Medaille” oder nahm mein großzügiges Angebot zur Wiedergutmachung an, das mein Exmann ablehnte. Mir konnte nie vergeben werden. Nach dem Selbstmord dieses Mannes kümmerte ich mich 30 Jahre lang um die emotionalen Bedürfnisse meiner Kinder, obwohl die israelischen Gerichte mir aufgrund meines Glaubens den Zugang zu ihnen verwehrten. Ich habe alles aufgewendet, ihnen bei der Heilung zu helfen, aber meine Bemühungen blieben vergeblich. Tief in ihrem Inneren machten sie mich und meinen Gott für all ihr Leid verantwortlich. Wie kann man unter einer solchen Last leben? Wie konnte ich eine solche Last ertragen?
“Wenn man doch meinen Kummer wägen und mein Leiden zugleich auf die Waage legen wollte!” Hiob 6,2 LU
Ich hatte Augenblicke von tiefem Schmerz, Trauer und Kummer, aber ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich werde Yeshua bis zum Ende folgen und niemals zurückblicken. Ich weiß, dass Yah mir vergeben hat und ich habe mir selbst vergeben, denn es gibt niemanden, der ohne Sünde ist. Aus diesem Grund musste Yeshua sterben und den Preis dafür bezahlen, denn wir alle brauchen ihn. Diejenigen, die nicht in der Lage sind, die Sünden anderer zu vergeben, verdienen unser größtes Mitleid. Tatsächlich können Unversöhnlichkeit, Selbstgerechtigkeit und Schuldzuweisungen dazu führen, dass Menschen psychisch krank werden und Qual leiden. Diese Menschen täuschen sich am meisten! Denn wenn du mit dem Finger auf jemand anderen zeigst, zeigen drei Finger auf dich zurück!

“Und Yeshua antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken;
ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.” Lukas 5,31–32 EB
Wir sitzen alle im selben Boot! Wir sind alle Teil einer gebrochenen Menschheit. Ja, selbst die besten von uns haben ihr Ziel verfehlt und Elohim und andere Menschen verletzt.
„Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch den Messias Yeshua, der uns von unserer Schuld befreit hat. Denn Gott sandte Yeshua, damit er die Strafe für unsere Sünden auf sich nimmt und unsere Schuld gesühnt wird. Wir sind gerecht vor Gott, wenn wir glauben, dass Yeshua sein Blut für uns vergossen und sein Leben für uns geopfert hat. Gott bewies seine Gerechtigkeit, als er die Menschen nicht bestrafte, die in früheren Zeiten gesündigt haben. Er handelte so, weil er Geduld mit ihnen hatte. Und er ist auch jetzt, in dieser Zeit, vollkommen gerecht, indem er die für gerecht erklärt, die an Yeshua glauben.“ Römer 3,23–26 NL
Um es auf den Punkt zu bringen: Um trotz der Gesellschaft und Familie, die mit dem Finger auf dich zeigen, in Ganzheit zu leben, musst du:
- Deine Sünde zugeben und dich ändern
- Bekennen und Buße tun vor Gott durch das Blut Yeshuas, Seines Sohnes
- Bekennen und Buße tun vor den Menschen
- Wiedergutmachung anbieten
- Wenn deine Familie oder andere Menschen sich weigern, dir zu vergeben, musst du das aushalten und ihnen ihre Unversöhnlichkeit vergeben.
- Vergib dir selbst und löse dich von deinem eigenen Urteil.
- Geh’ weiter und folge dem Ruf Yeshuas in deinem Leben, ohne zurückzublicken.
- Wenn schmerzvolle Erinnerungen kommen, dann lade den Ruach Hakodesh ein, dir beim Beten zu helfen, und dein Herz zu trösten oder bitte andere, für dich zu beten.
- Denke daran, dass wir alle vergangene Leben und vergangene Sünden haben und vieles bereuen. Sei freundlich zu dir selbst und anderen.
- Entscheide dich, diejenigen bedingungslos zu lieben, die dir ständig Vorwürfe machen, aber mache keine Kompromisse in deinem Glauben, um ihnen zu gefallen.
“Geschwister, ich bilde mir nicht ein, das Ziel schon erreicht zu haben. Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt, und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch den Messias Yeshua berufen hat.” Phil. 3:13-14 NGÜ
Eure israelischen Freunde und Mentoren
Hauptbischöfin Dominiquae und Rabbi Baruch Bierman
„Um Zions willen schweige ich nicht” Jesaja 62:1


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